Erstmals ein hessischer Nachwuchsreiter platziert

In vielen Regionen noch relativ unbekannt, gibt es seit Jahren aktive Vereine mit Schwerpunkt in Norddeutschland. Mounted Games sind auch in vielen unserer nördlichen und westlichen Nachbarländer verbreitet. Dort haben sie ihren festen Platz in der Reitausbildung.
Mounted Games (engl. für berittene Spiele) sind ein rasanter Teamsport bei dem zeitgleich bis zu 8 Mannschaften (jeweils 4 Reiter) gegeneinander antreten: Ein etwa fußballplatzgroßes Spielfeld ist in Bahnen unterteilt. Jedes Team reitet in einem Staffellauf schnellstmöglich mit alle vier Reitern eine festgelegte Aufgabe. Fehler müssen korrigiert werden – und kosten Zeit.
Diese Aufgaben (auch Spiele genannt) sind in einem international gültigen Regelbuch festgelegt. Die Aufgaben können sehr unterschiedlich sein, oft wird zumindest eine freie Hand benötigt, dann müssen Schenkel und Gewichtshilfen der klassischen Dressur gut funktionieren. Auch wechseln sich häufig konzentriertes Stehen mit schnellen Sprints ab. Das muss trainiert werden – und die Reiter lernen ihr Pony auch in schwierigen Situationen außerhalb der Arena sicher zu beherrschen.
Mounted Games sind ein sehr fairer und transparenter Sport. Der Ermessensspielraum der Richter ist begrenzt, das Team das die Aufgabe korrekt absolviert hat und zuerst über die Ziellinie reitet erhält die meisten Punkte, das zweite Team einen Punkt weniger, usw. Das macht die Turnierergebnisse absolut nachvollziehbar.

Auch der Umgang mit dem Partner Pferd ist vorbildlich geregelt: Gerten, Sporen, scharfe Gebisse sind verboten. Unfaires Verhalten gegenüber dem Pony (selbst ärgerliches Rupfen am Zügel wenn etwas nicht klappt) würde sofort mit null Punkten fürs Team geahndet.
Sicherheit und Fairness stehen nicht nur auf dem Papier!
Mounted Games werden auf Ponys oder kleinen Pferden geritten, ungeachtet der Rasse oder einer beeindruckenden Zuchtlinie. Voraussetzungen sind Schnelligkeit, eine sehr gute
Körperbeherrschung im Sattel und Vertrauen zwischen Mensch und Tier.
Es wird in den Altersklassen U12, U17 und in der OK (= offenen Klasse, ohne Altersbeschränkung) geritten. Ein Kindersport sind Mounted Games aber definitiv nicht: In Deutschland sind weit über die Hälfte der Reiter Erwachsene.
Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeit zu aktiven Vereinen finden sich im Internet auf der Seite des Dachverbandes der Mounted Games Reiter, dem VRMGD.
Erstmals gewann Ende Mai ein hessischer Nachwuchsreiter bei der Deutschen Paarmeisterschaft den Titel des Deutschen Vizemeisters.
Nach zwei guten Qualifikationsrunden kämpfte Simon Holland-Letz zusammen mit Leanne Militzer im Finale ihrer Altersklasse über 10 Spiele um jede Sekunde. Am Ende gab es Punktegleichstand und ein Stechen um den Titel. Im Stechen setzten sich jedoch Dana Friedrich und Ludwig Wolf durch.
Erstmals wurde mit Simon ein Reiter aus Hessen in die Jugend-Nationalmannschaft berufen: Im August wird er zusammen mit 5 weiteren Reitern seiner Altersklasse an der Europameisterschaft in Frankreich teilnehmen.
Text und Bilder: Martin Holland-Letz



