Kaum den U25 entwachsen, macht sie unter den ‚Großen‘ von sich reden: Springreiterin Britt Roth

Als „Stallgeflüster“ die junge Springreiterin Britt Roth (24) um einen Gesprächstermin bat, hatte sie sich bereits für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Balve mit dem Sieg im U25-Springpokal in Mannheim qualifiziert. Allerdings: Ein Gespräch mit uns sollte erst nach dem ‚großen Tag‘ in Balve stattfinden. Klar, spannend war es für die junge Frau, denn schließlich startete sie zum ersten Mal in der Erwachsenen-Klasse – und schaffte es, sich nach drei fehlerfreien Ritten im Stechen auf den zweiten Platz zu setzen.
„Geritten bin ich schon bevor ich laufen konnte“, erzählt sie „Stallgeflüster“. Nicht umsonst war Mutter Barbara Roth ebenfalls auf Championaten und Meisterschaften erfolgreich unterwegs. Heute trainiert sie mich und meinen Bruder Mikka vor allem bei der Ausbildung junger Pferde. Britts Bruder Mikka (21) ist ein ebensolches Ausnahmetalent wie seine Schwester. Im Januar errang er in Leipzig den „Goldenen Sattel“ – einen Wettbewerb den auch Mutter Barbara 1989 gewann.
Die Familie lebt im rheinlandpfälzischen Freimersheim und hat dort eine Reitanlage auf der sie junge Pferde sowohl aus eigener Zucht als auch Fremde ausbilden und trainieren. Auch Vater Roth, der ebenfalls früher erfolgreich auf den Turnierplätzen unterwegs war, ist mit seiner Tierarztpraxis in das Geschehen involviert.

Den erst neun Jahre alten Jeffrey, der als Jährling zu Familie Roth auf den Hof kam, und mit dem sie in Balve punktete, hat sie von Anfang an selbst ausgebildet. Erst im vergangenen Jahr ging er sein erstes Springen über 1,50m.
Im Sport angefangen haben Britt und ihr Bruder Mikka wie jeder andere auch mit Führzügelwettbewerben, dann Reiter- und Springreiterwettbewerben etc. „Ich hatte dabei das große Glück, dass ich die Erfolgspferde meiner Eltern reiten durfte.“ Glück, Talent und Ehrgeiz sind im Sport jedoch nicht alles. Es bedarf auch harter Arbeit im Training, um so erfolgreich zu reiten. Und, erfolgreich kann man Britt nennen: Schon mit 14 Jahren hatte sie sich das ‚Goldene Reitabzeichen‘ verdient – das ist eine reife Leistung.
Schule, Studium, Training, Turniere – ein voller Terminplan. Dennoch bleibt Britt auch ab und zu Zeit, sich mit Freunden zu treffen. „Wir sind ein ‚Super-Team‘, haben Struktur und einen Plan“, erzählt sie von ihrer Familie. „Im Januar ist Mikka sein erstes CSI 5* Hongkong geritten – da sind wir alle hinterhergeflogen, um ihn zu unterstützen.“
Auch bei den Deutschen Meisterschaften in Balve war Britt nicht allein. „Die Familie reiste hinterher, um mir den Rücken zu stärken.“
Auch für die nächsten Termine wird sie sicherlich wieder auf die Unterstützung ihrer Familie zählen können, denn Equipechef Ralf Runge und Bundestrainer Otto Becker benannten sie und Jeffrey für den EEF-Nationenpreis in Budapest, der in der letzten Juni-Woche stattfindet. Da wünschen wir der jungen Springreiterin weiterhin viel Erfolg.
„Stallgeflüster“ / E. Stamm
© Fotos: Pferdefotografie Lafrentz



