Klein, fein oder doch eher eine kleine Gewalt auf vier Beinen?
Shettys und Ponys im allgemeinen sind doch nur für Kinder. Weit gefehlt. Immer mehr Erwchsenen erkennen die Qualität dieser kleinen Pferdchen.
Was fasziniert gerade erwachsene Kutschfahrer an Shettys oder Miniaturhorses?
Ist es ihre Ausdauer, ihre Ausstrahlung oder ist es eine ganz besondere Aura, die diese kleinen Pferdchen haben. Ich habe mich etwas in der Szene umgehört und stellvertretend einige Fahrer befragt.
Eins haben alle diese Fahrer gemeinsam, sie können sich eine Welt ohne ihre Zwerge mit dem Power im Po und dem Blödsinn im Kopf nicht mehr vorstellen. Lediglich eine Fahrerin teilte mir mit, dass sie von den Shettys auf größere Ponys gewechselt hatte. Allerdings nicht, weil sie die kleinen drahtigen Quirle nicht mehr mag, sondern nur, weil sie sportlich gerne höher fahren wollte und dort leider die Shettys noch nicht die nötige Anerkennung haben. Unterschätzt man sie da vielleicht? Wenn man zu hören bekommt, dass diese kleinen Vierbeiner sogar am Treck mit der Friedensglocke teilgenommen haben und locker mit den „Großen“ mithalten konnten. Wenn man sieht, wie sie nach einem langen Tag noch mit Freuden am Strand entlang galoppieren, wenn man eine kleine Herde sieht, die Nachts dicht beieinander liegt um am nächsten Tag gemeinsam durch die Gegen zu sprinten.
Wenn man all diese Videos sieht, wenn man diese tollen Ponys auf Turnieren, an Kutschenrallys teilnehmen sieht, wenn man miterleben darf, mit welcher Begeisterung diese Ponys alles geben, dann kann man verstehen, wie sie sich „ihre“ Erwachsenen in den Bann gezogen haben. Dann wird man feststellen, dass es sich hier nicht nur um Kinderponys handelt. Meist wurde mit einem angefangen. Auch schon mal nur als Beisteller für ein Großpferd. Aber was macht man mit einem Shetty bzw. Pony? Ein Shetty alleine zieht keinen Erwachsenen auf der Kutsche, oder etwa doch. Klar, auch dass können diese energiegeladenen Zwerge. Aber es ist doch schöner und leichter, wenn sie zumindest mal zu zweit sind. Aus zwei werden drei, ganz schnell gesellt sich Nummer vier dazu und schnell hat man eine richtige Shetty- oder Miniaturhorse-Bande zusammen. Es ist wie eine Sucht, einen abgeben kommt nicht in Frage, sie sind ja schließlich Familie, eher holt man noch einen oder eine dazu. Aber trotz allem benötigen sie die gleiche Pflege, den gleichen zeitlichen wie finanziellen Aufwand, die gleichen tierärztlichen Kontrollen und auch die gleiche Hufpflege wie ein Großpferd. Die gleiche Ausstattung, nur halt alles in klein. Anfangs war es auch nicht immer leicht, die kleine Ausrüstung zu bekommen. Die Kutsche musste passend für die Kleinen sein, aber auch groß genug für den Erwachsenen. Es sind ja kein Spielzeuge. Hier stellten sich ganz andere Herausforderungen, hier steckt viel Herzblut drin, Zeitaufwand und Arbeit hinter dem Sport, genau wie bei den Pferden. Nur eben in anderen Dimensionen. Auch entwickelte sich aus einem Anfang mit den Zwergen schnell eine kleine Zucht mit großer Leidenschaft. Diese könnte allerdings nach einigen Jahren durchaus eine große Zucht mit kleinen Pferden werden.
Ich für meinen Teil bin jedenfalls davon überzeugt, das diese engergiegeladenen Zwerge nicht nur für Kinder sondern auch für Erwachsene mit großem Herz bestens geeignet sind. Sie stehen in jedem Vergleich mit ihren großen Kollegen in nichts nach. Im Gegenteil, sie können in so mancher Wendung, in so mancher Durchfahrt auch Vorteile durch ihre kleine Größe haben.
Fazit, Ponys, gerade die ganz kleinen, sind nicht nur für Kinder da, sondern überzeugen auch so manchen Erwachsenen.
„Stallgeflüster“ / A. Höhler



