Der Friedensglockentreck rollt noch immer…

„Aufgeben gibt’s nicht“ – zumindest nicht für Heinz Bley einem der Mit-Initiatoren
des unglaublichen Trecks mit Pferden nach Jerusalem. Als wir in unserer letzten Ausgabe von diesem abenteuerlichen Unterfangen berichteten, hatte sich der Treck zu dem damals noch mehrere Gespanne und Reiter gehörten, von Berlin bis an die türkische Grenze voran gearbeitet.
Doch da war plötzlich Schluss: Zehn Tage saß der Treck fest, Gespanne mit ausländischen Pferden dürfen nicht durch die Türkei fahren. Auch auf einem Friedenstreck gibt es unterschiedliche Meinungen – der eine Teil gab nach und fuhr mit der Friedensglocke nach Griechenland, um von dort aus mit dem Schiff nach Israel zu kommen.
Nicht jedoch Heinz Bley. „Geplant war die Reise mit den Fuhrwerken und das werde ich zu Ende bringen.“ Kurzerhand erstand der Thüringeti-Chef drei türkische Pferde, und spannte an. „Das klappte recht gut. Meine eigenen Pferde durchquerten die Türkei mit einer Spedition und warten jetzt in Aleppo auf mich. Die türkischen Pferde gebe ich an der Grenze zurück.“
Spannend ist die Fahrt durch die Türkei erzählt Bley. Er ist jetzt alleine mit einem Begleitfahrzeug unterwegs, das Wasser, Lebensmittelvorräte transportiert und für Übernachtungsmöglichkeiten sorgt. Die Polizei hier ist sehr hilfreich und unterstützt uns bei der Suche nach Rastplätzen – bei der Bevölkerung treffen wir auch hier auf schier unglaubliche Gastfreundschaft.“
Als wir mit Heinz Bley telefonieren, hat er bereits knapp 1.700 Kilometer quer durch die Türkei zurückgelegt und ist rund 80 Kilometer vor der syrischen Grenze. Im syrischen Aleppo will er jedoch nicht sofort seine Pferde abholen, sondern von da aus erst einmal nach Amman in Jordanien fliegen. Von dort aus geht’s mit einem Shuttle nach Jerusalem. Dort soll die auf den 13. November vorgezogene Übergabe der aus Militärschrott gegossenen großen Friedensglocke an die „Hand in Hand Schule“ stattfinden.
Die Glocke mitsamt dem Wagen wurde von Griechenland aus mit dem Schiff nach Israel transportiert. Dort will man mit einheimischen Pferden wieder anspannen und den Rest des Weges nach Jerusalem zurücklegen. Die Pferde der Mitglieder des Friedensglockenvereins befinden sich derzeit bereits mit einer Spedition auf der Rückreise nach Deutschland.
Nach der offiziellen Übergabe der großen Friedensglocke wird Heinz Bley seine Pferde in Aleppo abholen, erneut anspannen und sich mit einer kleinen Glocke erneut auf den Weg machen: 500 Kilometer muss er in Syrien zurücklegen, 200 in Jordanien und dann noch einmal 100 Kilometer in Israel bis er sein ursprünglich gesetztes Ziel, Jerusalem, mit seinem Gespann erreicht. Doch Bley ist guter Dinge: „Bis Weihnachten sind noch fast zwei Monate Zeit.“
„Stallgeflüster“ / E. Stamm




