Der Trail „Strandspaß an der Sunshine Coast“ in Südafrika war meine erste Reise dieser Art und wird definitv nicht die letzte sein!
Wir reisten 3 Tage vor Beginn des Trails nach Südafrika, um uns dort noch Port Elizbeth anzusehen.Es erwarteten uns sonnige 25-30 Grad, eine willkommene Abwechslung zum Winter in Deutschland. Die Stadt gefiel uns sehr gut, dennoch konnten wir den Start unserer Reitreise kaum abwarten. Am Freitag war es dann so weit.
Pünktlich zur vereinbarten Uhrzeit wurden wir am Hotel abgeholt. Unser Fahrer war sehr freundlich, er erzählte uns viel über das Land und beantwortet einige Fragen, so dass die 1 1/2 stündige Fahrt schnell verging und die Vorfreude immer größer wurde. Am Camp angekommen wurden wir herzlich vom restlichen Team begrüßt und fühlten uns sofort wohl. Gastfreundschaft wird hier großgeschrieben!
Das Camp ist ein schöner Ort, man hat eine tolle Aussicht auf den Fluss und ist mitten in der Natur. Die Zelte sind sehr gemütlich, jedes Zelt ist mit zwei Betten und einer kleinen Terrasse ausgestattet. Auch das Badezimmer ist für ein Zeltcamp komfortabler als erwartet. Es gibt sogar eine Badewanne! Und warmes Wasser hatten wir auch immer. Strom und WLAN gab es in den Zelten nicht, aber das war auch gar nicht nötig. In einem kleinen Häuschen am Camp, hier haben wir auch immer gefrühstückt, gab es Strom und WLAN, eher langsam aber um ein Lebenszeichen an die Familie und Freunde zu schicken reichte es allemal. 2 Nächte verbrachten wir außerhalb des Camps in sehr schönen und hochwertig eingerichteten Ferienhäuser – mit tollem Meerblick.
Am ersten Abend lernten wir nach einer kurzen Einweisung die Pferde kennen, anhand unserer reiterlichen Fähigkeiten wurde jedem ein Pferd zugeteilt, welches wir über den ganzen Trail ritten.
Ich bekam eine weiße Araberstute namens Gypsy. Alle Pferde waren in einem guten und gepflegten Zustand. Die Ausrüstung passte gut und man merkte sofort, dass sie mit viel Herzblut umsorgt werden. Es handelt sich hier nicht um abgestumpfte Touristenpferde, die Pferde sind gut ausgebildet und es macht Spaß sie zu reiten. Besonders die weißen Araber sind sehr lauffreudig und wir mussten sie öfters einbremsen, aber sie waren immer kontrollierbar. Die Pferde sind trittsicher und ausdauernd. Mit unseren 6 Mitreitern verstanden wir uns auf Anhieb gut, wir lachten sehr viel und hatten eine super Zeit zusammen. Den Trail kann man auch super als Alleinreisender machen!
Das Essen war während des gesamten Trails unglaublich lecker. Zum Frühstück gabs Müsli, Obst, Eier, Toast und Speck. Mittags gab es meistens Essen aus der Satteltasche (Salate oder Sandwiches mit Obst und Keksen) und Abend wurde groß aufgetischt. Das Essen war abwechslungsreich, mal gab es Schnitzel, mal einen afrikanischen Eintopf, mal Fisch. Für mich als Vegetarierin wurde immer eine fleischfreie Variante angeboten. Alle Gerichte schmeckten uns ausnahmslos gut. Genügend Wein und andere alkoholische und alkoholfreie Getränke wurde auch bereitgestellt. Am Nachmittag nach den Ritten gab es zum Kaffee sogar immer noch einen kleinen Snack, wir waren wirklich bestens versorgt.
Das Reiten war traumhaft, wir ritten den ganzen Tag an den schönsten Stränden entlang und begegnet meistens keinen einzigen Menschen. Die Landschaft ist sehr vielseitig, von steinigen Küsten, über weite Sanddünen, bis hin zu grüne Graslandschaften Die vielen und langen Galoppaden sind ein absolutes Highlight und lässt jedes Reiterherz höherschlagen.
Ein weiteres Highlight war auch das schwimmen mit den Pferden. Insgesamt dreimal durften wir schwimmend einen Fluss durchqueren. Die Organisation hier war super, unsere Kleidung und die Sättel wurden nämlich trocken per Boot an die andere Uferseite gebracht.
Ordentlich Muskelkater nach den Ritten hatten wir alle, aber dennoch war die Strecke gut machbar, auch wenn man es nicht gewohnt ist täglich stundenlang im Sattel zu sitzen. Da sehr lange am Stück galoppiert wird, sollte man aber eine gewisse Ausdauer haben. Die ersten zwei Reittage waren ziemlich anstrengend, doch dann wurde der Muskelkater von Tag zu Tag besser, dennoch war ich froh Pferdesalbe
eingepackt zu haben.
Das Wetter in Südafrika ist wechselhaft, wir hatten aber großes Glück. Durch den Wind am Strand hatten wir immer angenehme Temperaturen zum Reiten, es war nie zu heiß. Bis auf ein paar vereinzelte Tropfen hat es auch nicht geregnet. Die UV-Strahlung ist recht hoch, auch wenn es bewölkt ist sollte man sich gut mit Sonnencreme einschmieren. Ich würde empfehlen dünne Langarmshirts einzupacken. Auch Chaps sollten auf der Packliste stehen, ein paar Mitreiter haben es ohne probiert und bereits am ersten Tag blaue Waden gehabt. Es gibt Vorort aber auch welche zum Leihen.
Nach dem längsten Ritt des Trails (etwa 30 km) gab es für uns einen reitfreien Tag. An diesem Tag fuhren wir in den Addo National Park, ein tolles Erlebnis. Neben zahlreichen anderen Tieren konnten wir an diesem Tag etwa 100 Elefanten sehen! Mittags wurde ein Picknick im Nationalpark organisiert, uns wurde viel erklärt und erzählt, es machte viel Spaß nach den Tieren Ausschau zu halten. Hier lohnt es sich auf jeden Fall eine Kamera und ein Fernglas mitzunehmen.
Besonders gut gefiel mir auch der Ritt durch ein Reservat, wir machten eine Safari auf dem Pferd. Hier konnten wir leider nicht ganz so viele Tiere wie im Addo beobachten, aber einige Giraffen, Zebras, Warzenschweine und Antilopen kreuzten unseren Weg. Der Ritt wird mir lange im Gedächtnis bleiben, es ist schön den Tieren so nah zu kommen. Die Mittagspause verbrachten wir am Fluss, wir konnten eine Runde schwimmen gehen, was eine willkommene Abkühlung war.
An zwei Tagen sind wir nachmittags etwas früher vom reiten zurückgekommen, auch da ließen sich die Veranstalter etwas einfallen. Einmal packten wir Snacks und Getränke ein und fuhren an den Strand zum Schwimmen. Ein anderes Mal machten wir eine Bootstour auf dem Fluss, ebenfalls mit Snacks und Getränken und einem kurzen Stopp um ins kühle Nass zu springen. Am letzten Abend gab es ein traditionelles afrikanisches Barbecue, bis spät in die Nacht saßen wir mit einem Gläschen Wein am Lagerfeuer, eine ganz besondere Atmosphäre.
Am letzten Tag wurden wir noch mit einem kurzen und schnellen Strandritt überrascht, bevor es zurück zum Flughafen ging. Am Ende einer Reise bin ich meistens froh wieder nachhause zu kommen, endlich heim zu meinen Pferden und der Familie. Aber bei dieser Reise fiel der Abschied schwer. Wir wurden zum Schluss von den Veranstaltern gefragt, ob wir Verbesserungsvorschläge für den Trail haben. Bei der Frage musste ich kurz überlegen und tatsächlich fiel mir nichts ein, was man hätte besser machen können. Die Reise war perfekt und mein Reisebegleiter und ich sind uns sicher, dass wir irgendwann zurückkommen werden. Dieser Trail ist eine tolle Möglichkeit um das Land Südafrika kennen und lieben zu lernen!
Christina P.
Weitere Informationen zu dieser Reise unter:
www.pferdreiter.de/afrika/strandritte



