Eisberge & Fjorde-Ritte

Nach über einem halben Jahr Vorfreude ging es endlich los. Die Anreise über Kopenhagen funktionierte problemlos – wie uns nachher mitgeteilt wurde ist das nicht immer so, bei schlechtem Wetter kann das Flugzeug nicht landen.
Auch der Transfer zum Hafen und die Bootsfahrt über den Fjord waren gut organisiert und waren aufgrund des 1a Wetters schon ein Highlight für sich – vorweg: die gute Organisation zog sich durch die gesamte Woche.
Am anderen Ufer angekommen erwartete bereits eine unserer drei Guides und brachte uns in das Hostel, dort bekamen wir unsere Zimmer und lernten einen Teil unserer Mitreitern beim Abendessen kennen. In Summe waren wir 6 Reiter – ein Amerikaner, zwei Franzosen ein Deutscher und meine Schwester und ich aus Österreich. Die drei Guides waren aus Deutschland, Frankreich und Grönland und waren sehr eingespielt und sehr darauf bedacht das wir uns wohlfühlten.
Die Zimmer waren klein aber sauber und schlicht eingerichtete, passend zu Grönland. Der Blick aus dem Fenster ging halb auf den Fjord mit den Eisbergen. Immer zwei Zimmer teilten sich ein großes Bad. Das Internet funktionierte am besten im Wohnzimmer/Esszimmer des Hostel, allerdings langsam und wenn alle gemeinsam Fotos in die WhatsApp Gruppe schickten oder nach Hause funktionierte es oft nicht mehr, aber es hatte Charme und passte zu Grönland. Generell hat in Grönland keiner wirklich Stress, so schnell wies geht so schnell geht`s, richtig entschleunigend. Zum Frühstück gabs, Müsli, Brot mit Marmelade, Honig und Aufstrichen, Obst, und Kaffee und Tee. Zum Mittagessen konnte man sich Lunchpakete zusammenstellen und zum Abendessen gabs abwechselnd Lamm und Fisch, am letzten Tag bekamen wir Rentier. Alles war super lecker und dafür das die Verpflegung per Boot von Dänemark kommt, war es auch sehr vielfältig und abwechslungsreich.
Die Pferde waren Isländer die die Umgebung kannten und sehr trittsicher waren, sie kletterten über Felsen und unermüdlich über die Berge, alle waren ruhig und ausgeglichen aber immer dabei wenn wir galoppierten oder getöltet sind, dem Gelände geschuldet waren die Galoppaden eher kurz, aber das war auch gut so, so konnte man die Aussicht genießen auf die Fjorde mit den unzähligen Eisbergen und den Seen in den Bergen. Getöltet wurde auf Ebenen oder wenn man mal ein Stückchen am Schotterweg geritten ist.
Am ersten Reittag wurde ein Orientierungsritt gemacht um Pferd und Reiter aneinander zu gewöhnen und zu schauen ob jedes Pärchen zusammenpasst. Mit von der Partie waren bei jedem Ritt 2 Guides. Der späte Nachmittag wurde von dem meisten genutzt um die Umgebung zu erkunden und ein paar schöne Fotos zu schießen. Am Abend wurden uns die Touren für die nächsten Tag auf der Landkarte gezeigt.
Am zweiten Tag wurde uns geraten uns wärmer anzuziehen, er sagte Regen an und wir ritten durch eine „Schlucht“ wo der Wind vom Gletscher kommen kann und dadurch kalt ist. Zuerst ritten wir den Fjord entlang und dann Richtung Berge um diese zu überqueren und den Fjord auf der anderen Seite zu erreichen. Wie angekündigt hatten wir kalten Wind und wir waren alle froh über die extra Schicht die wir eingepackt hatten. Zum Mittagspause wo wir unser Lunchpaket aßen hat es leicht zu Regnen angefangen dadurch wurde diese verkürzt und wir ritten nach 20 Minuten gleich weiter. Immer wieder konnte wir den Fjord sehen wo unser Zielpunkt lang, dort angekommen wartete bereits der dritte Guide auf uns und wir versorgten die Pferde, diese blieben dort und wir fuhren mit den Buggys zurück zum Hostel.
Der nächste Tag sollte zum absoluten Highlight werden, wir wurden wieder zu den Pferden gebracht und sattelten Sie, auf dem Gletscher hieß es heute. Die Drohne war eingepackt und wir waren gespannt wo diese zum Einsatz kam. Als wir nach circa 20 Minuten über den Hügel ritten erwartete uns ein atemberaubender Ausblick auf die Bucht mit unzähligen Eisbergen die bis zum Strand reichten. Geduldig wurden von allen Fotos gemacht und wir durften im Wasser durch die Eisberge reiten, ein unvergessliches Erlebnis und das Wetter war von in der Früh von bewölkt mittlerweile zu Sonne mit einigen Wolken gewechselt, perfekt für den Tag. Weiter ging die Bucht entlang bis wir einen kurzen Strand errichten wo zum Galopp geblasen wurde, neben den Eisbergen im Wasser definitiv was anderes als am Strand neben den Palmen. Weiter ging weg vom Fjord Richtung Gletscher, wo die Mittagspause, diesmal bei Sonnenschein gemacht wurde, der Blick auf den 50 km entfernten Gletscher war anfangs noch von einem Nebenband versteckt, beim Essen ging dies aber weg und man hatte wunderbaren Blick auf den Gletscher, zurück wurde der gleiche Weg genommen, mit Strandgalopp und einem Halt bei den Eisbergen am Strand. Hier kam die Drohne nun zum Einsatz und macht Videos und Bilder von uns, während wir durchs Wasser ritten.
Die Pferde blieben wieder am gleichen Ort wie auch letzte Nacht, der dritte Guide der nicht mitgeritten ist überrascht uns noch alle mit einem kleinen Picknick mit Blick auf den Fjord.
Am vierten Reittag glaubte man es könnte nicht mehr besser werden, das Wetter war wie auch am Vortag sonnig und der Ritt ging retour über die Berge zur Farm der Gastgeber. Ebenfalls ein schöner Ritt, vorbei an vielen kleine Seen und wunderschönen Ausblicken und etlichen Steinadlern. An der Farm angekommen versorgen wir die Pferde und wurden herzlich begrüßt und wurden im Haus der Gastgeber verköstigt. Wir erfuhren viel über das Leben auf Grönland – vielen hörten wir bereits an den Vortagen beim Abendessen. Nach dem Essen wurde uns die grönländische Tracht vorgeführt und wir fuhren zurück zum Hostel wo wir den Tag auf der Terrasse mit Blick auf den Fjord ausklingen ließen. Wieder ein schöner und unvergesslicher Tag. Ein Mitreiter versuchte wieder ein Glück in dem kleine und einzigen Cafe im Ort, leider hatte es auch heute geschlossen. Beim Abendessen wurde uns noch gesagt das die nächsten Tage aufgrund des Wetters getauscht werden, eigentlich sollte morgen ein reitfreier Tag sein mit einer Buggytour und einer Tour zu den umliegenden Ruinen der Wikinger, und am Tag darauf wäre noch ein Reittag in die Berge geplant gewesen, dadurch des es aber morgen noch schönes Wetter geben soll wurde entschieden an diesem Tag zu reiten und die Buggytour am letzten Tag zu machen wenn Regen angesagt wurde, wir waren alle einverstanden und schätzen es das die Guides uns schöne Reittage bereiten wollten.
Somit hieß es heute ein letztes Mal ab in den Sattel und rauf auf die Berge. Das war der längste Reittag und wir wurden belohnt mit einem wahnsinnigen Blick über die Landschaft am Weg zurück beobachteten wir ein Tankschiff im Fjord das die gleiche Richtung vor wie wir ritten. Wir verabschiedeten uns von unseren Pferden die uns 5 Tage lang unermüdlich durch schwieriges Gelände getragen hatten. Dieses Mal hatte das Cafe noch offen.

Das Wetter am letzten Tag war tatsächlich deutlich schlechter, Grönland zeigte uns nach sonnigen und warmen Tag das es auch anders geht, es regnete zwar erst am späten Nachmittag aber durch die dichten Wolken und dem Wind war es deutlich kälter, wir führen mit den Buggys ans Ende des Fjordes und unternahmen einen kleinen Aufstieg an einem Wasserfall, bei der Fahrt nach Hause blieben wir noch an einem schönen Plätzchen stehen und die Angel wurde ausgepackt, allerdings hatte niemand Glück und wir fuhren zurück zum Hostel, wo wir zu Mittag gegessen haben und dann die Zeit genützt haben die Koffer zu packen, immerhin war am nächsten Tag bereits die Abreise am Vormittag geplant. Am späten Nachmittag stand noch die Tour zu den Ruinen an und uns wurde viel über die Wikinger erzählt, die Grönländer sind sehr stolz auf Ihre Geschichte.
Schon war die Woche vorbei und es hieß Abschied zu nehmen, wir wurden wieder zum Steg gebracht und über den Fjord, dort wartete bereits der Kleinbus der uns zum Flughafen begleiten sollte, alles wie immer top organisiert. Dort angekommen hatten wir noch viel Zeit, dadurch des es ein sehr kleiner Flughafen ist mit 2 Schaltern, einem Band zur Sicherheitskontrolle und einem kleinen Bistro gaben wir unsere Koffer ab und unternahmen noch einen kleinen Spaziergang hinter den Flughafen wo einer der drei Orte ist wo Bäume angepflanzt worden sind. Ein Mitreiter hatte den Flug über Island gebucht und noch länger Zeit als wir, er ging bis zum Gletscher zurück.
Fazit: eine wirkliche tolle Reise zum Abschalten und staunen, der Blick auf den Fjord mit den Eisbergen ist einmalig, die ganze Organisation ist durchdacht und wirklich gut umgesetzt, die Guides sind sehr bemüht und spielen gut zusammen. Eine Reise die nach Wiederholung schreit.
Von J.G.
Weitere Informationen zur Reise:
www.pferdreiter.de/groenland/fjorde



